Zu den ersten Bevöl- kerungsstämmen zählten unter anderem die Het (Querandies und Puelche), die Tehuelches (Aonikenk und Gununaküna) sowie die Diaguita. Im 13. und 14. Jahrhundert besiedelte das Inka-Reich große Teile Argentiniens. Während die ersten Europäer Argentinien erstmals im Jahre 1502 erreichten, wurde das heutige Argentinien erst im Laufe des 16. Jahrhunderts von den Spaniern kolonisiert.
Zunächst war Argentinien Teil des Vizekönigreichs Peru, welches ganz Südamerika mit Ausnahme von der portugiesischen Einflusssphäre umfasste. 1776 wurde das Vizekönigreich des Rio de la Plata mit der Hauptstadt Buenos Aires abgespaltet und umfasste, neben dem heutigen Argentinien, auch noch das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay. Als Auswirkung der Französischen Revolution wurde am 25. Mai 1810 in Buenos Aires die Unabhängigkeit erklärt. Was anfänglich nur lokale Auswirkungen mit sich trug, führte zu einem landesweiten Befreiungskrieg gegen die Spanier. Erst am 9. Juli 1816 erlangte Argentinien in der Stadt San Miguel de Tucumán die Unabhängigkeit. Wie Paraguay im Jahre 1811, spalteten sich auch Bolivien im Jahre 1825 und Uruguay im Jahre 1828 von den damaligen Vereinigten Provinzen des Rio de la Plata ab.
Die Jahre 1816 bis 1880 waren geprägt von Diktaturen und Bürgerkriegen, die Jahre 1880 bis 1912 von den zahlreichen Einwanderungen der Spaniern und Italiener. Nachdem Immigranten lange Zeit das Wahlrecht vorbehalten war, führte der Präsident und Leiter des liberalen Flügels der PAN, Roque Sáenz Pena, 1912 das allgemeine Wahlrecht ein. Dies führte zu heftigen bürgerlichen Protestbewegungen, welche im Jahre 1916 einen Machtwechsel an die Unión Civica Radical herbeiführten. Diese Partei regierte Argentinien 14 Jahre lang, wurde aber im Jahre 1930 durch einen Militärputsch durch ein konservatives System abgelöst.
Die Jahre ab 1930 werden als berüchtigtes Jahrzehnt bezeichnet, da die Demokratie nur auf dem Papier existierte und Korruption und Wahlbetrug die 30er Jahre prägten. 1946 wurde Juan Domingo Perón zum Präsidenten gewählt. Nachdem er im Jahre 1955 bei einem Putsch abgesetzt wurde, floh er jedoch ins Exil.
Während des Zweiten Weltkrieges behielt Ar- gentinien offiziell seine Neutralität, wodurch es ein beliebtes Zielland für viele Flüchtlinge aus Europa wurde. Während Argentinien anfänglich mit den Achsenmächten sympathisierte, unterstützte das Land gegen Kriegsende die Alliierten. Nach dem zweiten Weltkrieg erfährt Argentinien wirtschaftliche Berg- und Talfahrten sowie eine Zeit der Instabilität, da abwechselnd zivile und Militär-Regierungen das Land führen. Die zweite Amtszeit von Juan Domingo Perón von Oktober 1974 bis zu seinem Tod im Juli 1974 konnte die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Argentinien nur geringfügig beruhigen. Nach seinem Tod wurde seine dritte Ehefrau Isabel Perón zur Präsidentin ernannt, welche mit dem Amt völlig überfordert war und von Machthabern aus dem Hintergrund nur als Marionette eingesetzt wurde. 1976 kam es unter der Führung von Jorge Rafael Videla zu einem weiteren Militärputsch und man versuchte der Situation mit offenem Staatsterror entgegenzuwirken. Die Jahre 1976 bis 1978 werden auch als Jahre des Schmutzigen Krieges bezeichnet. 1978 verhinderte der Papst einen Krieg zwischen Argentinien und Chile, welche sich um die Inseln an der südlichen Spitze Amerikas stritten.
Erst nach der Demokratisierung im Jahre 1984 akzeptierte Argentinien die Entscheidung des Tribunals alle Inseln südlich von der Isla Grande de Tierra del Fuego Chile Chile zu übertragen. 1982 trat Argentinien unter dem Junta-Chef Leopoldo Galtieri mit Großbritannien in den Falklandkrieg, da die Falklandinseln nach argentinischer Rechtsauffassung zum eigenen Staatsgebiet gehörten, jedoch von Großbritannien verwaltet wurden. Argentiniens Angriff wurde dabei von den britischen Streitkräften abgewehrt und am 14. Juni 1982 kapitulierte Argentinien. Während Argentinien 1983 unter dem Präsidenten Raúl Alfonsin zur Demokratie zurückkehrte, folgte 1989 eine schwere Wirtschaftskrise, die Alfonsin zum Rücktritt zwang. Von 1998 bis 2002 erlitt das Land erneut eine schwere Wirtschaftskrise, in der die Wirtschaftskraft um 20% sank. Erst 2003 gelang es Néstor Kirchner, nach einer chaotisch verlaufenden Präsidentschaftswahl, die Lage in den Griff zu bekommen. Seit diesem Zeitpunkt führte er das Präsidentenamt in Argentinien. Am 10. Dezember 2007 wurde das Präsidentenamt von seiner Frau Christina Kirchner übernommen und wird seitdem von ihr weitergeführt.